Das echte Norden

Meinen Urlaub in Greetsiel habe ich unter anderem für Ausflüge zu ein paar mir bereits bekannten Orten genutzt. 

Beispielsweise war ich schon einige, „wenige“ Male (ca 15-17x) mit meiner Familie in Norddeich, einem Ortsteil der Stadt von Norden. Norden liegt im Nordwesten Niedersachsens im Landkreis Aurich. In der viertgrößten Stadt Ostfrieslands wohnen ca. 25.000 Menschen. Norddeich liegt dabei direkt an der Nordsee und bietet mit seinem Hafen die Möglichkeit, nach Juist und Norderney zu schippern- zu meinem Ausflug auf die letztgenannte Insel werde ich auch noch einen Blogeintrag veröffentlichen. 

Nun aber zurück nach Norden: 

Norden wurde 1255 das erste Mal urkundlich erwähnt, aber schon ca. 2000 vor Christus lebten unter anderem Friesen und Wikinger in der heutigen Stadt. Sie ist eine der ältesten Städte der Region und besonders bei Tourist:innen beliebt

In der Innenstadt können einige hübsche Gebäude bestaunt und besichtigt werden- wie zum Beispiel die Ludgeri-Kirche im Zentrum der Stadt, welche die größte mittelalterliche Kirche Ostfrieslands ist. Sie wurde in drei Bauabschnitten errichtet, der erste Bau einer Einraumkirche begann im frühen 13. Jahrhundert, 100 Jahre später wurde ein Querschiff ergänzt und mit der Vollendung des Hochchors 1455 erlangte die Kirche ihre heutige Form.

Wenige Meter weiter steht das Rathaus aus dem Jahr 1855, indem seit 1884 die Stadtverwaltung sitzt.

Wirklich eine schöne Stadt=)

Mal wieder ein Türmchen

Vier Kilometer westlich von Greetsiel befindet sich wohl einer der bekanntesten Leuchttürme Deutschlands: mit seinen gelben und roten Streifen ist der nur 11m hohe Leuchtturm in Pilsum einer der Wahrzeichen der Region. 

Er wurde 1890 im Rahmen eines deutsch-niederländischen Projektes zur Beleuchtung der Ems fertiggestellt und steht auf dem Nordseedeich unweit des Ortes Pilsum. Um feindlichen Schiffen keine Hinweise auf die Fahrrinne zwischen Borkum und Emden zu geben, wurde der Leuchtturm im ersten Weltkrieg 1915 außer Betrieb genommen und 1919 stillgelegt. 

1973 wurde der Turm aufwändig saniert und zum ersten Mal gelb-rot gestreift gestrichen. Außerdem ist es seit 2004 möglich, im Leuchtturm zu heiraten.

Der Hafen von Greetsiel

Der über 600 Jahre alte Hafen von Greetsiel befindet sich im Zentrum des Ortes. In einem Hufeisen lässt sich einmal um die Schiffe herumspazieren. 

25 Krabbenkutter steuern den Hafen regelmäßig an-Greetsiel besitzt damit die größte Kutterflotte Ostfrieslands, die dank der Schleuse Leysiel seit 1991 tideunabhängig in den Hafen geschleust werden kann.

Diese Bronzestatue des Künstlers Hans-Christian Petersen befindet sich seit 2020 an der Ostseite des Hafens. Sie zeigt einen Netzflicker bei seiner typischen Arbeit. 

Ein Ausflug in den Norden

Im Frühahr 2025 habe ich die Fasnetsferien (≈Karneval) genutzt und habe ein paar Tage an der Nordsee verbracht. Meine Unterkunft hatte ich im schönen Greetsiel und habe von dort einige Ausflüge unternommen. 

Greetsiel ist ein Ortsteil der Gemeinde Krummhörn und liegt im Landkreis Aurich im Nordwesten Niedersachsens. Ende des 13. Jahrhunderts wurde erstmals eine kleine Siedlung errichtet, die von einer ostfriesischen Häuptlingsfamilie bewohnt wurde. Heute wird der Ort von ca 1.200 Einwohner:innen belebt.

Das bekannteste Wahrzeichen sind die Zwillingsmühlen im Ortseingang. Die grüne Holländerwindmühle wurde 1856 gebaut, die rote 1706.

Bei beiden Mühlen mussten in den vergangenen Jahren die Flügel und Kappen erneuert, beziehungsweise repariert werden. Die grüne Mühle wurde 2013 durch einen Orkan schwer beschädigt und bis 2015 restauriert. 

Bei der roten Mühle mussten die alten Flügel 2017 aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden- die neuen Flügel und die neue Kappe kamen im Juli 2025. 

In der roten Mühle befindet sich ein Laden, in dem Lebensmittel aus der Region erworben werden können

Neuharlingersiel

Der letzte Ort am Festland vor der Überfahrt nach Spiekeroog ist Neuharlingersiel. Dort fahren die Fähren, der Wattenexpress und Wassertaxen ab. Letztere nutzen zum Beispiel Handwerker:innen, die auf der Insel arbeiten und durch die kleinen Schnellboote (max 15 Personen) tideunabhängige Arbeitszeiten haben.

Neuharlingersiel liegt im Landkreis Wittmund zwischen Bensersiel (Langeoog) und Harlesiel (Wangerooge). Zur nächst größeren Stadt Esens sind es mit Bus und Auto etwa zehn Minuten (mit dem Fahrrad etwa 30 Minuten). Die Gemeinde hat etwa 1.000 Einwohner:innen, die in vier Ortsteilen leben.

Das am häufigsten fotografierte Motiv ist wohl diese Statue am Hafen von Neugarlingersiel. Die beiden Fischer – erbaut von Hans-Christian Petersen- genießen sei 2000 die Sonne und den Blick auf die Kutter.

Eine Insel mit zwei Hügeln und dem tiefen weiten Meer…

Schöne Grüße von der Nordsee!

Die nächsten drei Monate werde ich auf Spiekeroog leben und arbeiten. Es ist also an der Zeit, diesen Blog mal wiederzubeleben:)

Spiekeroog ist die zweitöstliche der ostfriesischen Inseln und liegt zwischen Wangerooge (östlich) und Langeoog (westlich). Mit nur etwas mehr als 800 Einwohner:innen leben nur auf Baltrum, der kleinsten der sieben Inseln, weniger Menschen dauerhaft.

Spiekeroog gehört zum Landkreis Wittmund und ist durch den Anleger in Neuharlingersiel in etwa einer Stunde zu erreichen.

Die Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Baltrum und Juist sind von den Gezeiten abhängig, Langeoog, Norderney und Borkum können tideunanhängig angefahren werden.

Nachdem ich gestern zehn Stunden von Rostock aus unterwegs war, habe ich den Sonnenuntergang genutzt, um einen Teil des Dorfes und den Strand zu erkunden. Dieser liegt wie bei allen ostfriesischen Inseln im Norden.

Schon im Vorhinein hatte ich gelesen, dass Spiekeroog besonders grün und natürlich ist. Hier gibt es beispielsweise keine Autos, keine Inselbahn, Regeln für das Fahrradfahren und anders als auf den anderen Inseln auch keinen Flugplatz. Bebaut ist nur die westliche Hälfte der Insel. Das dient dem Naturschutz, ist aber auch den starken Westwinden geschuldet, die die Inseln der Inselgruppe immer weiter nach Osten verlängern und im Westen verkleinern.

Die hügelige Dünenlandschaft bietet den verschiedensten Tieren die perfekten Nist- und Versteckmöglichkeiten.

Ich freue mich schon sehr auf die nächste Zeit!

Der Haustierpark in Werdum

Mitte März war ich mit meiner Mit-FÖJlerin in Werdum. Neben der alten Mühle haben wir uns dort auch den Haustierpark angesehen. In dem Park leben Schafe, Schweine, Ziegen, Vögel, Kleintiere und Esel, wobei besonders die alten Rassen vor dem Aussterben geschützt werden sollen. Kinderfreundlich ist er dadurch, dass man fast alle Tiere streicheln kann und es mehrere Stationen gibt, an denen es möglich ist, Tierfutter zu erwerben. Als wir da waren, gab es auch junge Tierkinder, die fanden wir auch total süß:)

Die Werdumer Mühle

Die Werdumer Mühle steht- wie der Name schon verrät- in der Stadt Werdum. Diese liegt in der Samtgemeinde Esens, im Landkreis Wittmund, ca. eine Dreiviertelstunde mit dem Auto von Varel entfernt. Wie man durch die fehlende Galerie an der Windmühle erkennen kann, handelt es sich bei der Mühle nicht um einen Galerieholländer, sondern um einen Erdholländer. Gebaut ist sie auf einem kleinen Hügel und steht schon seit 1748 an diesem Ort. Früher stand an der Stelle wohl schon mal eine Bockwindmühle, von der man vermutet, dass sie schon im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Man schätzt, dass die Mühle in Werdum eine der ersten Windmühlen in der Region war, die zum Mehlmahlen genutzt wurde. Nach einer Stilllegung der Mühle im Jahre 1971 wurde sie 2002 komplett restauriert, sodass man hier heute wieder Brot aus selbst gemahlenem Mehl kaufen kann. Außerdem wurde ein Museum eingerichtet, in dem man mehr über die Landwirtschaft lernen kann.

Ganz schön leer hier!

Am letzten Februar Wochenende waren meine Mit-FÖJlerin und ich mal wieder mit dem Zug unterwegs. Diesmal ging es nach Leer, mit 35.000 Einwohnern ist das die drittgrößte Stadt in Ostfriesland. Sie liegt an der Leda, einem Seitenarm der Ems, und ungefähr 60km südwestlich von Varel. Sie ist besonders berühmt für den Bünting Tee, deswegen findet man in der Innenstadt zum Beispiel auch ein Teemuseum des Unternehmens.

Leider hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter wie noch in Emden. Aber ein Nebelspaziergang am Hafen war auch mal ganz interessant, so dass wir ein wenig auf der Wilhelm-Klopp-Promenade entlang spaziert. Benannt ist sie nach einem ehemaligen Mitinhaber der Firma Bünting.

Auf diesem Foto sieht man das Museumsschiff „Prinz Heinrich“, welches seit 1909 sowohl die Post als auch Menschen von Emden zur ostfriesischen Insel Borkum transportiert. Nachdem es 2003 aufgrund seines Alters verschrottet werden sollte, wurde das Schiff nach Leer gerettet, wo es 13 Jahre lang restauriert wurde.

Seit 2013 ist es ein nationales Kulturdenkmal und fährt auch heute noch nach Borkum und Papenburg. Außerdem kann man das Schiff für Familienfeiern mieten.

Danach sind wir noch durch die Innenstadt von Leer spaziert, wo es neben vielen Teeläden auch andere kleine Geschäfte gibt. Wir haben zum Beispiel auch ein Lesecafé gefunden und eine alte Töpferei.

Generell hat uns die Bauart der Häuser sehr begeistert. In der Anfangszeit hieß Leer übrigens noch Hleri-abgeleitet vom urgermanischen Wort hlér, was so etwas wie Weideplatz bedeutet. Die Einwohner von Leer haben früher abseits vom Fischfang und der Landwirtschaft auch von der Viehzucht gelebt. So ist wohl der Name zustande gekommen.

Während wir durch die Altstadt spaziert sind, haben wir dieses Gebäude gefunden. 1480 wurde die Harderwykenburg vom ostfriesischen Häuptling Hajo Unken gebaut und dient heute als Wohnhaus. Deswegen konnte ich auch nur ein Foto durch den Zaun aufnehmen und nicht näher ran gehen.

Ebenfalls ist uns aufgefallen, dass es in der Innenstadt ganz viele Kirchen gibt. Hier ist zum Beispiel die große Kirche zu erkennen, die aufgrund ihrer Größe von überall zu sehen ist. Sie wurde in den Jahren 1785-1787 auf dem Platz einer abgerissenen Kirche errichtet und 2010-212 restauriert.

Wir haben in der leeren Stadt auf jeden Fall ganz viel Neues geleernt 😉

Auf in die Otto-Stadt!

Im Februar war ich wieder mit meiner Mit-FÖJlerin unterwegs. Nach gut anderthalb Stunden Zugfahrt sind wir schließlich in Emden, ungefähr 60km westlich von Varel, angekommen. Die Stadt liegt direkt am Dollart, einer Bucht, in die auch die Ems fließt. Vermutlich ist sie ähnlich wie der Jadebusen durch Sturmfluten und damit verbundene Meereinbrüche entstanden. Emden ist mit 50.000 Einwohnern die größte Stadt in Ostfriesland.

Im Jahre 1948 ist Otto Waalkes in der Stadt geboren worden. Deswegen gibt es in der ganzen Innenstadt viele Hinweise auf ihn.

So findet man beispielsweise zwei „Otto-Ampeln“ und ein „Otto-Huus“, in dem man viele Produkte mit dem Ottifanten kaufen kann.

Da die Sonne so wunderbar geschienen hat, haben wir uns die meiste Zeit am Hafen aufgehalten und dort die vielen Schiffe beobachtet. Das erste Eis gab es bei dem Wetter dann natürlich auch 😉

Danach sind wir aber noch weiter spaziert und unter anderem an der Kunsthalle vorbeigekommen, die natürlich auch geschlossen war.

Doch am Stadtgraben direkt vor dem Gebäude konnten wir schön auf den Treppen sitzen und einfach nur die Wärme genießen.

Auf diesem Bild sieht man den Wasserturm der Stadt, welcher direkt am Bahnhof steht. Er war deswegen auch das erste, was wir von der Stadt gesehen haben. Gebaut wurde der Turm in den Jahren 1911 und 1912 und trägt auch heute noch zur sicheren Versorgung mit Trinkwasser bei.