Watt is‘n dat?

Moin,

Schön, dass du den Weg auf diesen Blog gefunden hast.

Ich heiße Pia und bin 24 Jahre alt. Ursprünglich komme ich aus Bielefeld (ja, genau die Stadt, die es laut der Bielefeld-Verschwörung nicht gibt :D). Im Schuljahr 2020/21 habe ich ein freiwilliges ökologisches Jahr in der kleinen Stadt Varel absolviert und da begonnen, diesen Blog über meine Ausflüge zu schreiben.

Nach der Zeit in Friesland habe ich im Oktober 2021 angefangen, in Rostock zu studieren, habe dann drei Monate auf Spiekeroog gearbeitet und lebe jetzt in Weingarten, ganz in der Nähe des Bodensees.

Alles, was ich so erlebe und entdecke, teile ich auf meinem Blog und freue mich, dass du mich auf meiner Reise begleiten möchtest!

PiA =)

Der Hafen von Greetsiel

Der über 600 Jahre alte Hafen von Greetsiel befindet sich im Zentrum des Ortes. In einem Hufeisen lässt sich einmal um die Schiffe herumspazieren. 

25 Krabbenkutter steuern den Hafen regelmäßig an-Greetsiel besitzt damit die größte Kutterflotte Ostfrieslands, die dank der Schleuse Leysiel seit 1991 tideunabhängig in den Hafen geschleust werden kann.

Diese Bronzestatue des Künstlers Hans-Christian Petersen befindet sich seit 2020 an der Ostseite des Hafens. Sie zeigt einen Netzflicker bei seiner typischen Arbeit. 

Ein Ausflug in den Norden

Im Frühahr 2025 habe ich die Fasnetsferien (≈Karneval) genutzt und habe ein paar Tage an der Nordsee verbracht. Meine Unterkunft hatte ich im schönen Greetsiel und habe von dort einige Ausflüge unternommen. 

Greetsiel ist ein Ortsteil der Gemeinde Krummhörn und liegt im Landkreis Aurich im Nordwesten Niedersachsens. Ende des 13. Jahrhunderts wurde erstmals eine kleine Siedlung errichtet, die von einer ostfriesischen Häuptlingsfamilie bewohnt wurde. Heute wird der Ort von ca 1.200 Einwohner:innen belebt.

Das bekannteste Wahrzeichen sind die Zwillingsmühlen im Ortseingang. Die grüne Holländerwindmühle wurde 1856 gebaut, die rote 1706.

Bei beiden Mühlen mussten in den vergangenen Jahren die Flügel und Kappen erneuert, beziehungsweise repariert werden. Die grüne Mühle wurde 2013 durch einen Orkan schwer beschädigt und bis 2015 restauriert. 

Bei der roten Mühle mussten die alten Flügel 2017 aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden- die neuen Flügel und die neue Kappe kamen im Juli 2025. 

In der roten Mühle befindet sich ein Laden, in dem Lebensmittel aus der Region erworben werden können

Plantschen mit Sissi

-10°C im Januar-Zeit, auf den Sommer zurückzublicken und diesen Blog mal wiederzubeleben 🙂 

Mitte Juni 2025 war ich unterwegs, um die Gegend rund um München zu erkunden. 

Mein Ziel war der Starnberger See, 25km südwestlich der bayrischen Landeshauptstadt. Mit der S-Bahn lassen sich die Orte Starnberg, Possenhofen und Feldafing problemlos erreichen. 

Gestartet hat der Tag in Starnberg, der größten Stadt am fünftgrößten See Deutschlands und des gleichnamigen Landkreises. Knappe 25.000 Menschen leben im beliebten Ausflugsort.

Von dort aus ging es zu Fuß nach Possenhofen, einem Ortsteil der Gemeinde Pöcking im Landkreis Starnberg, in dem heute ca 350 Menschen wohnen. Leider sind viele Ufergebiete des Sees in Privatbesitz, sodass es keinen Weg direkt am Wasser gibt.

Possenhofen ist vermutlich einigen aus den Sissi Filmen bekannt. Prinzessin Elisabeth in Bayern und spätere österreichische Kaiserin und Königin von Ungarn verbrachte mit der Familie ihre Sommer im 1536 erbauten Schloss Possenhofen.

Dieses ist heutzutage in Privatbesitz und kann nicht von Innen besichtigt werden. Dafür gibt es beim Bahnhof ein Museum.

Die gesamte Gegend ist geprägt von der Kaiserin und ihrer Familie. Überall finden sich Infotafeln und Hinweise. 

Mit einer Baderunde endete der Tag in Feldafing- eine willkommene Abkühlung bei über 30°C!

Der grüne Turm

Der 32m hohe Turm befindet sich nur einige Meter neben dem Frauentor in der Ravensburger Innenstadt. Auffallend ist die Spitze, die mit ihrer grünen Farbe dem Turm ihren Namen gegeben hat. 

Erbaut wurde er im frühen 15. Jahrhundert zur Verteidigung der Stadt und diente bis 1943 als Gefängnis. 

Triggerwarnung: Antisemitismus

Einen antisemitischen Hintergrund hat das Gebäude leider auch: Schon zur damaligen Zeit wurden Personen jüdischen Glaubens für die gesellschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht. So wurden sie im 14. Jahrhundert für den Ausbruch der Pest beschuldigt, verhaftet und verbrannt. Außerdem sprach die Stadt Ravensburg 1431 ein generelles Ansiedlungs- und Aufnahmeverbot für jüdische Personen aus, welches erst über 400 Jahre später (1850) langsam aufgehoben wurde.

Mit dem Ziel eine farbige Abgrenzung zum beginnenden „Judenviertel“ und zur „Judengasse“ (heute Grüner-Turm-Straße) zu schaffen, wurden nicht nur grüne Ziegel verbaut. An der Turmspitze gab auch drei gefertigte Köpfe, die Jüdinnen und Juden darstellten und diese abschrecken sollten. Jeweils einer ist heute im Bayerischen Nationalmuseum in München und im städtischen Museum Ravensburg zu finden.

Ein Törchen kommt selten allein

Das Frauentor (rechts) und die Liebfrauenkirche (links) befinden sich im Zentrum Ravensburgs und bilden den „Eingang“ zur Altstadt.

Das Frauentor ist 35.5m hoch und wurde 1318 erstmals erwähnt, damals noch unter dem Namen „Niederes Tor“. Es ist eines der Tore der damaligen Stadtmauer und führt in Richtung Ulm (nordöstlich). Erst später wurde es in Anlehnung an die Liebfrauenkirche in „Frauentor“ umbenannt. Ab 1747 wurde das Tor zum Krimialgefängnis ausgebaut und diente ab 1837 als Oberamtsgefängnis.

Die Liebfrauenkirche liegt, wie man auf dem Foto sehen kann, direkt neben dem Frauentor. Sie ist die zweitälteste Pfarrkirche der Stadt und wurde 1274 fertiggestellt. Zwischen 1340 und 1380 wurde sie bereits erweitert und auch danach gab es immer wieder Veränderungen am Gebäude. So kam ab 1470 ein zusätzliches Seitenschiff hinzu. Der Turm war vermutlich früher ein Teil der Ravensburger Stadtmauer.

Der Bodensee- Wässrige Fakten

Der Bodensee liegt ganz im Süden Deutschlands direkt an der Grenze zu Österreich und der Schweiz. Mit einem Volumen von etwa 48km3 und einem Umfang von 273km2 ist er Deutschlands größter See. Er ist 63km lang und 14km breit. Er besteht aus zwei Teilen, dem Obersee und dem Untersee, sowie einem Verbundsstück, dem Seerhein.

Die größten Städte am See sind Kostanz (ca. 87.300 Einwohner:innen), Friedrichshafen (62.000 Einwohner:innen) und Bregenz (Österreich, 29.000 Einwohner:innen). Im Bodensee gibt es fünf bewohnte Inseln, darunter Lindau-Insel und Mainau, sowie sechs unbewohnte.

Der Rhein fließt übrigens auch von Fußach in der Nähe von Bregenz bis Kostanz einmal durch den Bodensee hindurch.

Zeppelin is‘ King!

Einer meiner ersten Ausflüge von Ravensburg aus ging nach Friedrichshafen. Mit dem IRE3 sind es nur zwölf Minuten Fahrt und auch alle anderen Regionalzüge brauchen maximal 22 Minuten. Die Stadt liegt direkt am Wasser und es gibt verschiedene Fährverbindungen zu anderen Orten am Bodensee, wie zum Beispiel nach Konstanz oder Romanshorn. Mit etwa 62.000 Einwohner:innen ist sie die größte Stadt des Bodenseekreises und nach Konstanz die zweitgrößte am Bodensee.

Auffällig sind die vielen Gebäude und Denkmäler in Gedenken an Ferdinand Graf von Zeppelin. Dieser wurde zwar 1838 in Konstanz geboren, ließ aber am 02. Juli 1900 in Friedrichshafen zum ersten Mal seinen weltberühmten Zeppelin aufsteigen.

Vorbild waren amerikanische Ballons, welche zu militärischen Zwecken eingesetzt wurden. Nachdem Zeppelin einige Zeit in den USA verbracht hatte, erkannte er, dass die Ballons sehr vom Wind und dessen Richtung und Stärke abhängig waren. Nachdem die anfängliche Skepsis des Kaisers und der Bevölkerung überwunden war, wurden 1908 die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und die Zeppelin Stiftung gegründet, mit welcher bis heute gemeinnützige Zwecke finanziert werden.

Bis 1914 dienten die Luftschiffe vorwiegend als Personentransportmittel. Der erste Weltkrieg sorgte dann für einen wirtschaftlichen Aufschwung und etwa 1.000 Fahrzeuge wurden zur Bombardierung eingesetzt bevor sie danach durch Flugzeuge ersetzt wurden.

Auch heute fliegen noch Zeppeline (vermutlich zu touristischen Zwecken) über den Bodensee, sodass ich sie zum ersten Mal in Echt sehen konnte! Wirklich beeindruckend! Ich wusste gar nicht, dass sie aus Friedrichshafen kommen und dass es noch welche gibt, die herumfliegen. Dachte, die stehen nur in Museen 😀

Ein neues Abendteuer

Nach meinen drei Monaten auf Spiekeroog geht es für mich nun am Bodensee, genauer gesagt in Weingarten, beruflich weiter. Weingarten liegt nördlich von Ravensburg in Baden-Württemberg-über die Jahre sind die Städte immer weiter zusammen gewachsen, sodass die Grenze fließend ist. In Ravensburg wohnen ca 51.500 Menschen, Weingarten zählt ca 25.000 Einwohner:innen. 

Vom Ravensburger Bahnhof fährt man mit dem Zug nur maximal 20 Minuten bis nach Friedrichshafen. Ich wohne also weiterhin am Wasser 🙂

Beide Städte haben eine historische Innenstadt mit vielen alten Gebäuden, über die ich hier natürlich auch noch berichten werde. 

Los geht es mit der Basilika St. Martin in Weingarten, welche mir schon bei meinem ersten Besuch aufgefallen ist. Sie befindet sich ganz im Zentrum der Stadt und überragt mit einer Höhe von 67m alles. Sie wurde zwischen 1715 und 1724 auf der Stelle des damaligen Münsters errichtet. Als Vorbild für den Neubau galt der Petersdom in Rom/Vatikanstadt, der etwa doppelt so groß ist wie der „schwäbische St. Peter“. Die Basilika ist die größte Barockkirche nördlich der Alpen und kann jeden Tag besucht werden.

Neuharlingersiel

Der letzte Ort am Festland vor der Überfahrt nach Spiekeroog ist Neuharlingersiel. Dort fahren die Fähren, der Wattenexpress und Wassertaxen ab. Letztere nutzen zum Beispiel Handwerker:innen, die auf der Insel arbeiten und durch die kleinen Schnellboote (max 15 Personen) tideunabhängige Arbeitszeiten haben.

Neuharlingersiel liegt im Landkreis Wittmund zwischen Bensersiel (Langeoog) und Harlesiel (Wangerooge). Zur nächst größeren Stadt Esens sind es mit Bus und Auto etwa zehn Minuten (mit dem Fahrrad etwa 30 Minuten). Die Gemeinde hat etwa 1.000 Einwohner:innen, die in vier Ortsteilen leben.

Das am häufigsten fotografierte Motiv ist wohl diese Statue am Hafen von Neugarlingersiel. Die beiden Fischer – erbaut von Hans-Christian Petersen- genießen sei 2000 die Sonne und den Blick auf die Kutter.

Und? Wohin kiekst du so?

Auf dem Weg zum Spiekerooger Strand bin ich jedes Mal an dieser Statue vorbeigekommen. Die 3,50 Meter große Bronzeplastik „De Utkieker“ von Hannes Helmke wurde 2007 auf einer Aussichtsplattform inmitten der Dünen errichtet. „De Utkieker“ bedeutet „Der Ausschauende“ und genau das tut er auch. Sein Blick ist Richtung Nordsee gerichtet.

Von der Aussichtsplattform kann man sowohl Richtung Wangerooge (östlich, linkes Bild) und Langeoog (westlich, rechtes Bild) schauen. Spiekeroog ist übrigens auch zertifizierte Sterneninsel. Wenn es dunkel wird, kann man besonders gut den Nachthimmel beobachten, das es nur wenige störendere Lichtquellen, wie Werbebeleuchtung oder Laternen, gibt.